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Der islamische Kalender ist in einigen islamischen Ländern neben dem gregorianischen Kalender in Gebrauch. Der islamische Kalender rechnet nach Mondjahren; er ist ein reiner Mondkalender. Die islamische Zeitrechnung beginnt mit dem 1. Muharram 1 AH (Anno Hegirae) = 16. Juli 622, dem von der islamischen Tradition festgelegten Datum der Hidschra, der Auswanderung des heiligen Propheten Muhammads aus Mekka. Im Iran und Afghanistan ist nicht der islamische, sondern der iranische Kalender in Gebrauch. Weil das Mondjahr kürzer als das Sonnenjahr ist, wandern die Monate im Laufe mehrerer Jahrzehnte durchs Sonnenjahr, bis sie wieder zur gleichen Zeit, gemessen am Sonnenjahr, stattfinden. Der Fastenmonat Ramaḍān kann deshalb in jeder Jahreszeit liegen. Für religiöse Zwecke ist in einigen islamischen Ländern ausschließlich die Beobachtung des Mondes entscheidend, andere Länder verwenden verschiedene astronomische Rechenweisen, um den Kalender im Voraus festlegen zu können. Daher kann der islamische Kalender in verschiedenen islamischen Ländern teilweise um 1 bis 2 Tage voneinander abweichen. Der neue Monat beginnt, wenn die Mondsichel nach Neumond wieder sichtbar ist (Neulicht).
Bearbeiten GeschichteNach Angaben des Astronomen Al-Biruni (973–1048), der 400 Jahre nach dem berichteten Ereignis gelebt hat, soll der islamische Kalender im Jahr 638 vom zweiten Kalifen ʿUmar bin al-Khaṭṭāb eingeführt worden sein. Als Beginn der Datierung legte man den Tag fest, an dem nach der Tradition Muhammad in Medina angekommen sei. Nach astronomischer Chronologie wäre das der 15. Juli 622, aufgrund kleiner Abweichungen der Mondphasen gegenüber dem Kalender setzte man in späterer Zeit den 16. Juli als Datum der Hidschra an. Der früheste Beleg für die Zählung, die im Jahr 622 beginnt, ist eine Inschrift Muawiyas I. auf Griechisch, die jedoch von der „Ära der Araber“ spricht. Dies hat zu Vermutungen geführt, erst die spätere islamische Tradition habe den Bezugspunkt „Auswanderung aus Mekka“ konstruiert. Die meisten alten Belege lassen offen, ob sich die Zählung auf die „Ära der Araber“ oder die Hidschra bezieht. Lange Zeit war die islamische Zeitrechnung die offizielle der Muslime in vielen islamischen Ländern. Sie konnte aber die alten Sonnenkalender (julianisch, gregorianisch, altiranisch usw.) bei der bäuerlichen Bevölkerung nie verdrängen, da für die zu bestimmten Zeiten im Sonnenjahr zu erledigenden Arbeiten der islamische Kalender völlig unbrauchbar ist. Auch im Alltags- und Wirtschaftsleben in fast allen islamischen Ländern ist die islamische Zeitrechnung von der gregorianischen Zeitrechnung verdrängt. Nationalfeiertage und andere nationale Gedenktage, Neujahr, der Tag der Arbeit, Muttertag und andere internationale Feier- und Gedenktage werden nach dem gregorianischen Kalender gefeiert. Für die Monate des gregorianischen beziehungsweise des julianischen Kalenders werden im manchen Teilen der arabischen Welt die bekannten europäischen Monatsnamen gebraucht, im Rest orientalische Monatsnamen. Im Iran sind die französischen Bezeichnungen in Gebrauch. Da sich die religiösen Feiertage im Islam aber nach dem islamischen Kalender bestimmen, spielt er als Festkalender immer noch eine gewisse Rolle. Die wichtigsten Monate sind der Fastenmonat Ramaḍān und der Monat der Pilgerfahrt (Haddsch), Dhū l-ḥiǧǧa. Das Opferfest (ʿĪdu l-aḍḥā) am 10. Dhū l-ḥiǧǧa ist der höchste Feiertag der Muslime, der zweithöchste ist das Fest des Fastenbrechens (ʿĪdu l-fiṭr) am Ende des Ramaḍāns. In den ersten zehn Tagen des Monats Muḥarram begehen die Schiiten ihr höchstes Fest, die Aschura-Riten, in denen sie mit Prozessionen, Passionsspielen und Geißelungen des Todes des Imams al-Ḥusayn in der Schlacht von Kerbela gedenken. Bearbeiten Monate
Ein islamischer Monat beginnt immer mit der Sichtung der jüngsten Mondsichel (hilāl). Besonders wichtig ist dies für den Fastenmonat Ramaḍān. Die Länge jedes Monats ist je nach Mondstellung 29 oder 30 Tage. Bearbeiten WochentageSie werden (wie auch im Judentum und in vielen westlichen Ländern, z. B. in den USA, Portugal und früher auch in Österreich und Deutschland üblich) beginnend mit Sonntag und endend mit Samstag gezählt. Der Freitag ist also zwar der wöchentliche Feiertag, aber nicht der letzte Wochentag im islamischen Kalender. Der Wechsel von einem Tag zum nächsten findet stets zum Sonnenuntergang statt. Die arabischen Bezeichnungen der Wochentage Sonntag bis Donnerstag leiten sich von den arabischen Zahlwörtern von 1 bis 5 ab. Daher ist der z. B. Montag wörtlich der 2. Tag.
C (Jahr nach christlicher Zeitrechnung), H (Jahr nach der Hidschra) 2007 war das Jahr 1427 bzw. 1428 im islamischen Kalender. Das islamische Jahr 1429 begann am 9. Januar 2008 mit Sonnenuntergang. Der erste Tag des islamischen Jahres 1429 korrespondiert daher mit dem 10. Januar 2008. Bearbeiten Weblinks
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