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Allāh-Kalligraphie in der Eski Cami (Moschee), Edirne
Allah (arabisch الله , DMG Allāh) ist das arabische Wort für Gott. Der Name wird ausschließlich für die Bezeichnung der als einzig und absolut aufgefassten Gottheit verwendet und ist somit (ähnlich wie das deutsche, artikellose „Gott“ oder das englische großgeschriebene „God“) de facto ein Eigenname und keine Gattungsbezeichnung. Gleichwohl hat er sich höchstwahrscheinlich aus einer Gattungsbezeichnung entwickelt, nämlich durch eine Silbenellipse beim Zusammentreffen des Artikels al (ال) und ilāh (إله /„Gott, Gottheit“) an, also „der Gott“; dies wird auch durch den praktischen Gebrauch gestützt: Arabisch sprechende Juden und Christen verwenden Allāh (auch in der Bibel). Auch die deutsche Koranübersetzung der Al-Azhar Universität verwendet konsequent den Begriff Gott für das arabische Allah. Außerhalb von arabischsprachigen Gebieten wird das Wort Allah, ungeachtet der Bedeutung in der arabischen Sprache, fast ausschließlich für Gott in der Gottesvorstellung des Islam verstanden.
Bearbeiten WortherkunftSprachlich ist Allāh eng verwandt mit dem hebräischen El bzw. Eloah, gebräuchlicher in der formalen Pluralform Elohim (hebräisch אלהים). El (Eloah/Elohim) bedeutete ursprünglich wahrscheinlich „Starker“, „Mächtiger“. El bzw. Elohim wird in der Bibel gewöhnlich mit „Gott“ übersetzt, jedoch an gewissen Stellen auch für Engel und sogar für Menschen (2 Mos 4,16 EU) verwendet. In der jüdischen Überlieferung wird Gott mit dem Ausdruck Elohim als Schöpfer und Richter bezeichnet, während JHWH hauptsächlich die erbarmungsvollen Aspekte Gottes enthält. Auch im Aramäischen, das ebenfalls zur semitischen Sprachfamilie gehört, sagt man Alah bzw. Alaha, je nach Dialekt auch mit der Sprachfärbung Aloho, d. h. mit offenem O. Die Begriffe Gott, Allah und Elohim sind im Deutschen, Arabischen und Hebräischen somit synonym. Die islamische Traditionsliteratur berichtet, dass der Gottesname Allah bei den Polytheisten bekannt gewesen sei und Mohammeds Vater den Namen Abdullah getragen habe. Archäologisch nachweisbar ist hingegen die vorislamische Verwendung von Allah durch Christen (Umm al-Dschimal). Hinsichtlich der Frage, ob das Wort Allah durch Silbenellipse aus dem arabischen al-ilâh („die Gottheit“) oder durch Übernahme des aramäischen Alaha entstanden ist, existieren zwei Ansichten. Die erste ist die heute wissenschaftlich weitestgehend akzeptierte. Für sie sprechen:
Für die Entlehnung aus dem Aramäischen werden angeführt: die Ähnlichkeit von Allah und Alaha, andere Beispiele für aramäische Lehnwörter in religiösem Kontext und die in der Anrufung verwendete Nebenform Allahumma, die auf Elohim zurückgeführt wird und nicht durch Zusammenziehung zu erklären ist. Bearbeiten Allah im IslamVon 114 Suren im Koran fangen 113 mit der Basmala an. Das Bekenntnis zu Allah als dem einen Gott, die Schahada, ist eine der fünf Säulen des Islam. Wenn Muslime von Gott bzw. Allah sprechen, setzen sie oft „Er ist gepriesen und erhaben“ (سبحانه وتعالى, DMG subḥānahu wa ta'ālā) hinzu. Allāh (der Gott) ist der einzige (Quasi-)Eigenname Gottes im Islam. Die sprichwörtlich gewordenen 99 Namen Allahs sind Attribute, die aber nicht alle im Koran verankert sind. Einige Namen Gottes aus dieser Liste stammen aus den Hadithen, den überlieferten Worten des Propheten Mohammed. Zum Beispiel kommt der 91. Name Ad-Dārr („Der Verletzer/Gefährder“) nur in den Hadithen vor. Der Koran verwendet diese Bezeichnung nur für Satan in Sure 58, Vers 10. Im Koran gibt es in Wirklichkeit mehr als 99 Attribute. Es sind ungefähr 114. Die Liste der 99 Namen stellt im Koran neben einer Reihe anderer Attribute daselbst die „Schönsten Namen“ (asma’ul husna) dar. Aus allen im Koran erwähnten Attributen leiten sich gebräuchliche arabische Vornamen ab, z. B. neben Abdullah („Diener Allahs“) auch Abdul Hayy („Diener des Lebendigen“), Abdul Madschid („Diener des Ruhmreichen“) usw. Dabei ist zu beachten, dass es sich jeweils um den Superlativ der genannten Eigenschaften handelt („der Allbarmherzige“, „der Allmächtige“, „der Allsehende“ usw.) Die Eigenschaften oder theologischen Definitionen Gottes im Islam werden sowohl im Koran als auch in den Hadithen genannt. So ist Gottes zentrale Eigenschaft, dass er von seinen Schöpfungen unabhängig ist. Er ist zeitunabhängig - Gott ist vor der Zeit gewesen und wird nach Ablauf der Zeit bleiben. Gott ist der Schöpfer der Welten, jedoch kein Teil der materiellen Welt. Gott hat der islamischen Definition gemäß kein Geschlecht, keine Kinder und ganz allgemein keine Partner, noch gibt es gleichwertige Wesen. Des Weiteren ist Gott allgegenwärtig, allmächtig und allwissend, d. h. er weiß zu jedem Zeitpunkt, was an jedem Ort geschieht, geschah und geschehen wird sowie was geschehen könnte, wenn ein (vorhergesehenes) Ereignis nicht stattfinden würde. Der Koran definiert Allah wie folgt:
Bearbeiten Rezeption im ChristentumFür das Christentum stellt sich – gerade mit Blick auf den interreligiösen Dialog – die Frage, ob Allah und der Gott der Bibel identisch sind. Die Römisch-Katholische Kirche beispielsweise verabschiedete am 28. Oktober 1965 im Zuge des Zweiten Vatikanums die für alle römischen Katholiken verbindliche Schrift Nostra Aetate, in der es in Teil 3, der allerdings erst nach arabischen Protesten gegen die alleinige Ausrichtung der Erklärung auf das Judentum hinzugefügt wurde, heißt:
In den Niederlanden schlug der katholische Bischof von Breda, Tiny Muskens (71), im August 2007 vor, alle Gläubigen sollten Gott künftig Allah nennen. Dies fördere das wechselseitige Verständnis zwischen den Religionen: „Warum sollen wir nicht alle gemeinsam sagen: Wir nennen Gott fortan Allah?“[2] Gemeinsam glauben Christen und Muslime an den Schöpfergott, der ihrem Glauben nach Himmel und Erde schuf:
heißt der erste Vers der Genesis der Bibel; eine ähnliche Aussage in Bezug auf Gott ist auch im Koran vorzufinden:
Viele Christen evangelikaler Prägung lehnen die Gleichsetzung des in der Bibel sich offenbarenden Gottes mit dem koranischen Allah ab. Eine der Begründungen dieser Sichtweise ist das zentrale Bekenntnis des Islam, dass Allah keinen Sohn habe. Dazu im Gegensatz – so die Meinung vieler evangelikaler Christen – steht das Grundbekenntnis des Neuen Testaments, das Gott als den „Vater unseres Herrn Jesus Christus“ identifiziert. Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, geht davon aus, dass Christen sich zu einem anderen Gott als Muslime bekennen. Zitat: „Wir haben als Christen keinen Grund zu sagen, wir würden uns zum gleichen Gott wie die Muslime bekennen.“[3] Bearbeiten Literatur
Bearbeiten WeblinksBearbeiten Einzelnachweise
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